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in-sights: the future of management

Über New Work und Dark Horse

AUS DER SERIE NEW WORK & DARK HORSE - IN-SIGHT 1

 

Über die Anfänge von New Work


Wussten Sie, dass der Megatrend "New Work", der mit Subtrends wie Internet of Things, Co-Working, Kreativ-Ökonomie und Open Innovation [1] einhergeht, seinen Ursprung bereits im 20. Jahrhundert in Michigan  –  konkret in Flint – hatte? 


Flint ging als "Vehicle City" in die Geschichte ein [2], nicht zuletzt deshalb, weil hier General Motors seinen ersten Sitz hatte. Automatisierung war in Flint schon Ende der 1970er Jahre greif- und sichtbar. Es gab Fließbänder. Und links und rechts neben den Fließbändern gab es zahlreiche Maschinen und Computer anstelle von Menschen.  Da dachte man: 'Das ist der Anfang der neuen Arbeit. Was passiert mit den Menschen, die ersetzt werden?' [3].

 

In dieser Zeit wurde erstmals der Begriff "New Work" geprägt

Und zwar vom österreichisch-amerikanischen Philosophen Prof. Dr. Frithjof Bergmann, dem Begründer der „New Work“-Bewegung. Frithjof Bergmann, der in Flint sein erstes "Center for New Work" gründete, versuchte die Menschen dazu zu bringen, sich Gedanken darüber zu machen, welcher Tätigkeit sie künftig nachgehen wollten, um nicht länger ihr „wahres“ Leben bis zum Wochenende "vertagen" zu müssen. Denn die meisten Menschen konnten es angesichts ihrer monotonen, arbeitsteiligen Fließband-Aufgaben (verständlicherweise) kaum erwarten, dass das Wochenende kam, um endlich das zu tun, was sie wirklich interessierte. Die drohende Massenarbeitslosigkeit bzw. die radikalen Arbeitszeitverkürzungen boten auch einen "passenden“ Rahmen dafür:

"Sechs Monate arbeitete man in der Fabrik. Die anderen sechs Monate versuchten wir gemeinsam mit den Leuten herauszufinden, was sie wirklich, wirklich wollen."

Frithjof Bergmann [3]

Aufgabe der "Centers for New Work" war es, die Menschen dabei zu begleiten, schlussendlich eine Arbeit auszuführen, die sie gerne tun würden und auf die sie stolz  sein könnten, auch wenn Arbeit natürlich nicht immer "edel" sei, meint Prof. Bergmann in einem – im Übrigen absolut sehenswerten  – Interview, das im Rahmen der XING New Work Experience 2017 geführt wurde [3]

Doch konnte sich das "rechnen"? Würden die Menschen tatsächlich davon leben können, wenn sie plötzlich das tun, was sie "wirklich, wirklich wollen"?

 

Mit "High Tech Self Providing" mehr Zeit und Geld für "gelebte" Träume?

Prof. Bergmann war und ist jedenfalls davon überzeugt, dass High-Tech schlussendlich dazu führen wird, dass die Menschen das, was sie für ein erfülltes Leben brauchen, auch selbst herstellen können. Er spricht von einem neuen "Bauerntum". Dank 3D-Druck und anderer raffinierter Technologien könnten wir nämlich schon bald in der Lage sein, einen Großteil unserer Güter selbst zu produzieren. Der Konsument wird zumehmend zum Produzenten, zum so genannten Fabrikator. Durch damit einhergehende Kosteneinsparungen könnte die klassische Erwerbsarbeit zunehmend ins Hintertreffen geraten und es bliebe mehr Zeit für das, was man "wirklich, wirklich will" [4].

"Ich träume von einer Kultur, in der von Kindheit an alles Erdenkliche getan wird, um Menschen zu stärken und zu kräftigen." 

Frithjof Bergmann [4]

Wie sich die neuen Produktionsverfahren auf die Erschwinglichkeit des Lebens auswirken werden, wird sich noch weisen. Die "neue Arbeit" soll jedenfalls Freiräume für mehr Kreativität und Möglichkeiten zur Entfaltung bieten. Kurz und gut: Arbeit sollte Spaß machen und nicht länger als "lästiger Schnupfen" [3] empfunden werden, der von Montag bis Freitag andauert. Vielmehr soll es möglich sein, seine Träume zu verwirklichen.

Und tatsächlich ist es so, dass uns allen mittlerweile zahlreiche Tools und Technologien zur Verfügung stehen, um unsere Träume – zum Teil auch kostenlos – zu verwirklichen. So können beispielsweise Youtuber und Blogger sämtliche Plattformen gratis nutzen. Menschen mit innovativen Ideen können diese dank Crowdfunding realisieren. Zudem ist es aufgrund der neuen E-Learning-Bewegungen jederzeit möglich, etwas Neues dazuzulernen [5].


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Arbeit muss definitiv anders organsiert werden

Wenn Menschen aber in Zukunft das tun, was sie wirklich, wirklich wollen, und sich mit all ihren Talenten und Potenzialen in der Arbeitswelt verwirklichen sollen, muss Arbeit definitiv anders organisiert werden [6]:

  • Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit des Homeoffice,
  • der Wechsel von Aufgabenbereichen und
  • Workspaces, in denen kreative Köpfe, kleinere Start-ups oder digitale Nomaden in meist größeren, offenen Räumen zusammenarbeiten und auf diese Weise voneinander profitieren können,

sind nur einige innovative Formen des Arbeitens, die sich in der neuen Arbeit ganz selbstverständlich wiederfinden sollten.

 

Und was hat das alles mit einem "dunklen Pferd" zu tun? 

Immerhin haben wir "Dark Horse"ganz promintent in der Überschrift neben "New Work" platziert. Wer oder was ist damit gemeint?

Bei Dark Horse handelt es sich um eine Berliner Agentur für Innovationsentwicklung, und sie ist ein "gelebtes" und vor allem gelungenes Beispiel für offene Zusammenarbeit, individuelle Flexibilität und radikale Selbstentfaltung.

Dem Unternehmen ist der Sprung von der Freitags- in die Montagswelt definitiv gelungen: eine Welt, in der man sich auch auf den Montag freuen kann – einfach deshalb, weil die Arbeit Spaß macht. Dark Horse lebt ganz nach dem Motto (das sie übrigens auch in einem Buch zum "Ausdruck" brachten): Thank God it's Monday! Prof. Bergmann hätte seine helle Freude daran, wenn er wüsste, wie sich die "Jungs" und "Mädels" von Dark Horse jeden Sonntag auf ihre Arbeit freuen. 

Auch wenn der Weg ein sehr langer war und er letztlich auf die Generation Y warten musste, die seine Vorstellung von Arbeit teilt, scheinen die Ideen von Frithjof Bergmann nun zu "greifen".


Übrigens: In meinen nächsten Beiträgen möchte ich mit einem Gründer von Dark Horse sprechen. Bin gespannt, wer von den 30 Jungs und Mädels Zeit für meine Fragen hat.

II


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QUELLEN UND VERWEISE

[1] vgl. zukunftsInstitut: Megatrend New Work

[2] vgl. History of Flint

[3] vgl. NWX17 - Prof. Dr. Frithjof Bergmann auf der XING New Work Experience 2017

[4] vgl. Der Standard: New Work: Tun, was man "wirklich, wirklich will"

[5] vgl. New Work Blog

[6] vgl. GS-Lexikon: New Work

 
TIPPS ZUM LESEN ODER ANHÖREN

 

Die Autorin

Klaudia Weber
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Die Sozialpädagogin und Lernberaterin gibt im Rahmen unserer Blogbeiträge regelmäßig "in-sights" rund um die Themenbereiche "New Work" und "New Learning". Außerdem denkt und schreibt sie gerne "outside the box".